Spektakuläre Fahrt mit der Eisenbahn durch Montenegro

Sie zählt zu den spektakulärsten Bahnstrecken Europas: die Eisenbahn von Belgrad in Serbien bis ans Meer in Montenegro. 254 Tunnel und 435 Brücken auf insgesamt 476 Kilometern Länge. Einer der schönsten Abschnitte in Montenegro verbindet die Hauptstadt Podgorica mit Kolašin und überwindet 1.000 Höhenmeter.

Laut ratternd fährt der rot-blaue Zug im Bahnhof von Podgorica ein. Mit uns warten nur wenige Passagiere auf die frühe Abfahrt um 6.50 Uhr.

Eisenbahn in Montenegro

Über Europas höchste Eisenbahnbrücke in Montenegro

Die Eisenbahn schlängelt sich entlang des Tals Mala Rijeka. Nebel hängt schwer zwischen den grünen Hügeln. Kleine Orte erwachen langsam zum Leben. Immer weiter schiebt sich der Zug die Berge hinauf.

Nebel über dem Tal Mala Rijeka in Montenegro

Hinter der nächsten Kurve erblicke ich die gigantische Eisenbahnbrücke Mala Rijeka. Sie ist die höchste in Europa. 198 Meter über dem Tal. 137,5 Meter ragen allein die Betonpfeiler empor, auf denen die Brücke thront. Im Schritttempo schiebt sich der Zug über das fast 500 Meter lange Stahlwerk. Genügend Zeit um das Ausmaß zu erfassen, ehrfurchtsvoll die Höhe abzuschätzen und den spektakulären Blick zu genießen.

Die hächste Eisenbahnbrücke Europas in Montenegro

Montenegro Eisenbahn: Gebirgsfahrt durch das Tal der Mancora

Tunnel und Brücken wechseln nun in rascher Folge. In der Tiefe wird die Mancora, dessen Tal wir begleiten, immer kleiner. Bis der Fluss nur noch als weißes Band viele hundert Meter unter uns zu erkennen ist. Die Berge werden schroffer. Karstgestein fällt steil ab in den Canyon.

Montenegro Eisenbahn: Mit Titos Gebirgsbahn von Sagreb bis ans Meer

Mit dem Zug durch das Tara Tal in Montenegro

Nach einem weiteren langen Tunnel durch das Gebirgsmassiv landen wir im Tara-Tal. Das immer schmaler wird. Das Dinarischen Gebirge hier bildet die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und Adria. Auf 1.030 Metern erreichen wir nach knapp anderthalb Stunden die höchste Station der Bahntrasse: Kolašin, unser Ziel.

Bahnhof Kolasin in Montenegro

Auf der Berghütte in Kolašin

Kolašin ist für den Wintersport bekannt. Jetzt, im Sommer, ein Paradies für Wanderer. Mit dem Taxi lassen wir uns die etwa 13 Kilometer zu unserer Eco-Farm auf den Berg kutschieren. Eigentlich dachten wir, wir hätten eine Unterkunft im Ort gebucht und gucken nicht schlecht, als uns der Taxifahrer mitten auf einer Kuhweide im nirgendwo in den Bergen herauslässt. Hier komme er mit dem Auto nicht weiter, so der Taxifahrer, aber es sei nicht mehr weit. Gleich hinter dem nächsten Hügel sei unsere Hüttensiedlung…
Also ziehen wir mit unseren Rollkoffern in der Hand zu Fuß weiter.

Gebirge bei Kolasin in Montenegro

Wir sind am perfekten Ausgangspunkt für (mehrtägige) Wanderungen durch die Berge gelandet. Besser hätten wir es mit unserer „Fehlbuchung“ nicht treffen können.
Dinaisches Gebirge in Montenegro

Ein fantastisches Versehen! Kleine Holzhütten liegen idyllisch auf einer Wiese zwischen den Bergen. Eine Kuhglocke läutet. Hunde kläffen. Außer dem Hüttenwart sind weit und breit keine Menschen zu sehen.

Eco Village der Villa Jelka in Kolasin

Solarstrom sorgt für Licht in den Hütten. Mit Feuer im Ofen heizen wir ein. Warmes Wasser gibt es nicht. Abends verschlingen wir heißhungrig das frische montenegrische Essen: Fleisch, Kartoffeln, Kohl.


Informationen zu unserer Zugfahrt nach Kolašin

Reiseinfo traveloskopUnterkunft in Kolasin: Eco Village, Villa Jelka

 Infos zur Eisenbahnfahrt von Podgorica nach Kolašin:

  • Strecke: 64,5 Kilometer. Dauer 1:30 h, Express 1:15 h
  • Fahrten täglich 5x, darunter zwei Expresszüge.
  • Fahrpläne
  • Tickets kannst du vor Abfahrt am Bahnhof kaufen.
  • Kosten: 1. Klasse 4,80 2. Klasse 3,20 €

Video zur Gebirgsfahrt in Montenegro

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2 Comments
  • Ein toller Bericht! Wer man etwas besonderes erleben möchte kann mit uns eine Führerstandsmitfahrt von Bar nach Kolasin machen. Mehr Infos hier: http://bahn.utjeha.me

    • Britta
      9. Februar 2019

      Cool! Hört sich spannend an. Hätten wir das früher gewusst, wären wir bestimmt dabei gewesen ?